Herzliche Einladung
zu den Veranstaltungen der Literaturhandlung und
des Förderkreises Literatur zum Judentum

 

Ian KershawHöllensturz. Europa 1914 bis 1949
Ian Kershaw analysiert in seinem neuen Buch (DVA) die Geschichte Europas vom Vorabend des Ersten Weltkriegs bis in die Zeit des beginnenden „Kalten Krieges“. Die europäische Zivilisation ist durch zwei Weltkriege an den Rand der Selbstzerstörung gelangt. Ethnische Auseinandersetzungen, aggressiver Nationalismus, Klassenkonflikte und Kapitalismus zersetzen den Kontinent von innen heraus. Ian Kershaw stellt seine Hauptthesen in einem Impulsvortrag vor und wagt im Anschluss einen Blick in die europäische Ge­genwart und Zukunft: Sind die wirtschaftlichen und politischen Krisen unserer Zeit zurückzuführen auf die Ereignisse des letzten Jahrhunderts?

Mittwoch, den 14. September 2016, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Moderation: Philipp Blom. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus.


 
Saul FriedländerWohin die Erinnerung führt
Mein Leben

Saul Friedländer ist noch ein halbes Kind, als der Zweite Weltkrieg zu Ende geht. Sanft und mit scheinbar leichter Feder geschrieben erzählt der große Historiker des Holocaust von seinem Leben danach, das reich ist an Erfahrungen und Begegnungen, aber das Leben eines Entwurzelten bleibt. "Wohin die Erinnerung führt" ist das großartige Zeugnis einer Epoche und gewährt zugleich ungewöhnlich offen Einblick in die fragilen Gefühlswelten eines Überlebenden.
Saul Friedländer kommt zu uns am

Sonntag, den 25. September 2016, 17 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Die Lesung des deutschen Textes übernimmt der Schauspieler Stefan Hunstein.
Moderation: Rachel Salamander.
In Zusammenarbeit mit dem Verlag C. H. Beck und dem Literaturhaus.


 
Mark SchaeversOrgelmann
Felix Nussbaum - ein Malerleben

1932 beziehen zwei Künstler Räume in der römischen Villa Massimo: Arno Breker und Felix Nussbaum. Die Stipendiaten sollen frei von finanziellen Sorgen in der Ruhe des Hauses ihre künstlerische Formen­sprache finden. Doch der Lauf der Geschichte macht innerhalb weniger Monate den einen zum Großkünst­ler des Dritten Reiches und den anderen zu einem Entrechteten und Gehetzten. Für Felix Nussbaum und seine Frau beginnt eine rastlose Odyssee durch Europa. Auch in der Illegalität malt Nussbaum weiter. Es entstehen unglaubliche Bilder. Am 20. Juni 1944 werden die Eheleute von der Gestapo aufgespürt und nach Auschwitz deportiert. Mark Schaevers Buch über Felix Nussbaum ist grandios recherchiert und geht unter die Haut. Es stand wochenlang auf den belgischen Bestsellerlisten.
Mark Schaevers stellt sein Buch vor am

Donnerstag, den 6. Oktober 2016, 19 Uhr, in der Literaturhandlung im Jüdischen Museum, St.-Jakobs-Platz 16.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum, Verlag Galiani und B‘nai Brith.
Diese Veranstaltung wird gefördert von: Flandern & die Niederlande Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016.


 


Veranstaltungsreihe:

Von München in die Welt – Terrorismus früher und heute

Im Rahmen des Projekts "Erinnerungsort Olympia-­Attentat München 1972" veranstaltet das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit dem Jüdischen Museum München und der Literaturhandlung eine Vortragsreihe mit drei Vorträgen zum Thema "Terrorismus".
Am 5. September 1972 wurden bei den Olympischen Spielen in München elf israelische Sportler von der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" als Geiseln genommen. Alle elf Sportler, drei der Täter und ein bayerischer Polizist kamen bei dem Anschlag ums Leben. Das Attentat von München war der erste Terroranschlag, der zu einem globalen Medien­ereignis wurde und überall auf der Welt live am Bildschirm mitverfolgt werden konnte.
Ausgehend von den palästinensischen Organisationen, die als Modellgeber des internationalen Terrorismus gelten, zeigt die Vortragsreihe Parallelen, aber auch Unterschiede zwischen früheren Organisationen und heutigen Bewegungen wie etwa dem sogenannten "Islamischen Staat"


 
Thomas Riegler'Schwarzer September'
Der Terrorismus der 1970er Jahre und das Münchner Olympia-Attentat

Das Münchner Olympia-­Attentat am 5. September 1972 war eine Wegscheide in der Entwicklung des modernen Terrorismus. Während zuvor jeweils nationale Bezüge vorgeherrscht hatten, wurde die Geiselnahme transnational vorbereitet und durchgeführt – mit der Intention, weltweite mediale Aufmerksamkeit auf das „Palästinenserproblem“ zu lenken. Dabei war die verantwortliche Organisation "Schwarzer September" mit Akteuren außerhalb des Nahen Ostens verbunden. Unter letzteren sollen sich nicht nur westdeutsche Linksextremisten, sondern auch Neonazis befunden haben.
Der Vortrag von Dr. Thomas Riegler findet statt am

Donnerstag, den 29. September 2016, 19 Uhr, im Jüdischen Museum, St.-Jakobs-Platz 16.


 
Benno KöpferBilder des Terrors. Vom 'Schwarzen September' zur 'Schwarzen Flagge'
In diesem Vortrag werden Parallelen und Unterschiede zwischen den Bildern, Emblemen und Symbolen palästinensischer Terrororganisationen in den 1970er Jahren und heutigen dschihadistischen terroristischen Bewegungen vorgestellt. Dr. Köpfer versucht die propagandistischen Botschaften hinter den Bildern zu bestimmen und zu deuten. Dabei soll es um die Fragen gehen: Welche Narrative sind hier von besonderer Bedeutung? Welche Rolle spielen Medien bei terroristischen Ereignissen und ihrer Inszenierung.

Donnerstag, den 20. Oktober 2016, 19 Uhr, im Jüdischen Museum, St.-Jakobs-Platz 16.


 
Olaf FarschidGewalt im Namen der Religion: Israel- und Judenfeindlichkeit aus dem Spektrum des Islamismus und Salafismus
Waren in den 1970er und 1980er Jahren säkulare und nationalistisch­-linksorientierte Gruppen aktiv, dominieren seit Mitte der 1990er Jahre Organisationen, die ihre Gewaltagenda vor allem mit Religion rechtfertigen. Unabhängig davon, ob diese Gruppen ideologisch zum Teil gegeneinander gerichtet sind und regional oder transnational agieren, ist ihnen das Ziel der Zerstörung Israels und der Tötung von Juden gemeinsam. Was kennzeichnet die Programme dieser als islamistisch, salafistisch oder dschihadistisch be­zeichneten extremistischen Gruppen und wie sind sie zu unterscheiden?

Donnerstag, den 27. Oktober 2016, 19 Uhr, im Jüdischen Museum, St.-Jakobs-Platz 16.


 



 
Jörg ArmbrusterWillkommen im gelobten Land?
Deutschstämmige Juden in Israel

Zehntausende deutsche Juden mussten bis zum Beginn des 2. Weltkriegs aus Nazi­-Deutschland fliehen. Palästina war einer der wichtigsten Zufluchtsorte. Doch die Hoffnung, hier willkommen zu sein, erfüllte sich für viele lange nicht. Die »Jeckes«, wie man die deutschen Juden etwas abschätzig nannte, wurden lan­ge nicht als echte Zionisten betrachtet, sondern als Fremde. Es kam sogar zu heftigen Auseinandersetzun­gen zwischen bereits in Palästina lebenden Zionisten und den Neueinwanderern. Nach 1945 war Palästina/Israel für die meisten Überlebenden der Konzentrationslager das Sehnsuchtsland, allerdings war für sie der Start in dieses neue Leben alles andere als einfach. Jörg Armbruster ist auf bewegende Geschichten und Lebensläufe gestoßen. Er erzählt davon, wie auch heute noch die Traumata der Überlebenden deren Nach­fahren in der zweiten und dritten Generation prägen.
Jörg Armbruster, Journalist, langjähriger Auslandskorrespondent der ARD für den Nahen und Mittleren Osten, Dokumentarfilmer und Autor kommt zu uns am

Dienstag, den 8. November 2016, 19.00 Uhr, Literaturhandlung, Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie, dem Jüdischen Museum und B‘nai B‘rith.


 
Joshua CohenSolo für Schneidermann
Joshua Cohen, einer der originellsten Autoren seiner Generation, begleitete Donald Trump im Vor­wahlkampf und verglich ihn mit der literarischen Figur des Hochstaplers von Herman Melville, dem „Confidence Man“. Cohen, 1980 in New Jersey geboren, Absolvent der Manhattan School of Music, stellt nun sein gefeiertes Romandebüt vor: "Solo für Schneidermann" (Schöffling) ist ein furioser Roman über Musik, Exil und Freundschaft. Virtuos wie eine Partitur ist er zugleich ein Abgesang auf die jüdische Hoch­kultur in den USA.
Joshua Cohen kommt am

Donnerstag, den 24. November 2016, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Den deutschen Text liest der Schauspieler Shenja Lacher. Moderation: Jan Wiele (FAZ).
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, dem Verlag Schöffling & Co und B‘nai B‘rith.


 
Leon de WinterGeronimo
"Geronimo" lautete das Codewort, das die Männer vom Seals Team 6 durchgeben sollten, wenn sie Osama bin Laden gefunden hatten. Doch ist die spektakuläre Jagd nach dem meistgesuchten Mann der Welt wirk­lich so verlaufen, wie man uns glauben macht? Leon de Winter hat eine geheime Hintergrundgeschichte dazu erfunden, die verblüffend real klingt.
Darüber hinaus ist "Geronimo" (Diogenes) die Geschichte von Apana, einem afghanischen Mädchen, das eine Passion für die "Goldberg­-Variationen" von Bach entwickelt und die Geschichte von Jabbar, einem pakistanischen Jungen, dessen kostbarster Besitz ein alter Küchenschemel ist. Ein atemberaubender Roman über geniale Heldentaten und tragisches Scheitern, über die Vollkommenheit der Musik und die Unvoll­kommenheit der Welt, über Liebe und Verlust.
Leon de Winter stellt seinen neuen Roman vor am

Sonntag, den 19. Februar 2017, 17 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B‘nai B‘rith.


 
Robert JütteLeib und Leben im Judentum
Auf systematische Weise erkundet Prof. Robert Jütte, Leiter des Instituts für die Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, wie sich im Judentum die Vorstellungen über den Körper und der Umgang mit ihm im Laufe einer mehr als zweitausendjährigen Geschichte wandelten. Doch auch die nicht­jüdische Außenwelt reagierte darauf mit Stereotypen z. B. über die Nase, die Nacktheit, Sexualität, jüdi­schen Sport etc.
Robert Jütte legt die erste umfassende Darstellung von Leib und Leben im Judentum von den biblischen Quellen bis heute vor (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag).
Prof. Robert Jütte kommt zu uns am

Dienstag, den 7. März 2017, 19 Uhr, Literaturhandlung, Jüdisches Museum, St.-Jakobs-Platz 16.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum und B‘nai B‘rith.


 

Unsere Reihe 'Jahrhundertbriefe' in den Kammerspielen geht weiter!

Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen.


 
Else Lasker-Schüler
und Franz Marc
Eine Freundschaft in Briefen
Else Lasker­-Schüler und Franz Marc (1880-­1916) schrieben sich von 1912 bis 1916 eine Vielzahl phantasievoll gestalteter Karten und poetischer Briefe. Seine "Botschaften an den Prinzen Jussuf" beeinflussten Else Lasker­-Schüler (1869-­1945) als Zeichnerin maßgeblich. Die wunderbare Künst­lerfreundschaft der zeichnenden Dichterin und des schreibenden Malers war allerdings für beide außerordenlich anregend: Marc ließ in Zeichnungen und Worten die Welt Prinz Jussufs von Theben bei sich ein, Lasker-­Schüler nahm seine Bilder enthusiastisch auf und schrieb und zeichnete neben den privaten auch öffentliche "Briefe und Bilder" an den "blauen Reiter", die Else Lasker­-Schüler zeitgleich publizierte. Der daraus hervorgegangene Roman "Der Malik", den sie nach dem frühen Kriegstod ihres Freundes veröffentlichte, vervollständigt dieses berückende Zeugnis zweier einzig­artiger Doppelbegabungen.
Einführung: Ricarda Dick. Es lesen: Anna Drexler und Thomas Schmauser.

Mittwoch, den 26. Oktober 2016, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.


 
Hannah Arendt
und Günther Anders
'Schreib doch mal ‚hard facts‘ über dich'
Briefwechsel 1939-1975

"SIND GERETTET WOHNEN 317 WEST 95 = HANNAH": Dieses Telegramm schrieb Hannah Arendt im Mai 1941 aus New York an ihren Ex­-Mann in Hollywood. Günther Anders, der bereits 1936 in die USA emigriert war, hatte Arendt und ihre Familie bei der Flucht aus Europa unterstützt. Während Arendt bis zu ihrem Tod in New York lebte, kehrte Anders 1950 nach Europa zurück und ließ sich in Wien nieder.
Die Briefe zwischen Hannah Arendt und Günther Anders erhellen die persönliche und intellektuelle Beziehung des einstigen Paares und werfen Schlaglichter auf Zeitgenossen wie Walter Benjamin, Theodor W. Adorno oder Martin Heidegger. Bei allen Unterschieden ihrer philosophischen Themen und Theorien blieb für Arendt und Anders gleichermaßen die Erfahrung des Antisemitismus und der Flucht Hintergrund und Movens ihres Schreibens.
Einführung: Kerstin Putz.

Donnerstag, den 17. November 2016, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.


 
Anton Tschechow
und Olga Knipper
'Mein ferner lieber Mensch'
Der Briefwechsel

Olga Knipper war die Tochter deutscher Eltern, welche die russische Staatsbürgerschaft angenom­men hatten. Als Anton Tschechow die Dreißigjährige 1898 bei den Proben zu seinem Theaterstück "Die Möwe" im Moskauer Künstlertheater kennenlernte, war sie noch relativ unbekannt, bald aber wurde sie zum Star des Künstlertheaters – nicht zuletzt durch Rollen in Tschechows „Kirschgarten“ und in den „Drei Schwestern“. Als die Liebesbeziehung zwischen beiden begann, befand sich die Tuberkulose-­Erkrankung des Dichters schon im fortgeschrittenen Stadium, was ihn zwang, in Jalta zu leben. 1901 ging Olga Knipper eine Fernehe mit Tschechow ein, die vor allem in den Briefen ge­führt wurde, die sich beide fast täglich schrieben. Eng zusammen waren beide erst ab Januar 1904, als sie ihn zur Kur nach Badenweiler begleitete und bis zu seinem Tod am 2. Juli 1904 pflegte. Da­-nach setzte sie das Gespräch mit dem toten Dichter noch zwei Monate lang in fiktiven Briefen fort.
Einführung: Peter Hamm.

Mittwoch, den 18. Januar 2017, 20 Uhr, Kammerspiele.


 
Sigmund Freud
und Arnold Zweig
Briefwechsel
Im März 1927 beginnt der Briefwechsel zwischen dem Psychoanalytiker Sigmund Freud und dem Dichter Arnold Zweig. Schon im ersten Brief Arnold Zweigs werden all die Themen angeschnitten, die den Briefwechsel bestimmen: die Dichtung, die Psychoanalyse, die Palästina-­Frage und, damit verbun­den, die Probleme des Judentums und der aktuellen Politik. Zweig schreibt immer in Distanz an den "verehrten Vater Freud", unterstützt die Arbeiten an ›Der Mann Moses und die monotheistische Religion‹. Alle Briefe sind mit großer Offenheit und Wärme geschrieben. Der Leser nimmt nicht nur am "öffentlichen" Leben der Korrespondenten teil, sondern auch an ihren alltäglichen Sorgen, am Wohlergehen der beiden Familien.
Einführung: Jens-Malte Fischer.

Dienstag, den 14. Februar 2017, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.


 


Wir danken dem Kulturreferat München für die freundliche Unterstützung.

Telephonische Kartenreservierung ab sofort in der Literaturhandlung, Tel. 089-28 00 135.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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