Herzliche Einladung
zu den Veranstaltungen der Literaturhandlung und
des Förderkreises Literatur zum Judentum

 

JahrhundertbriefeThomas Bernhard und Siegfried Unseld

Briefwechsel 1961 bis 1988

In den Briefen zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld dominiert das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger des Suhrkamp Verlages seinerseits weiß, dass gerade bei Bernhard rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung der Produktivität ist. Ein dramatischer Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht.
Es lesen Stefan Hunstein und Edmund Telgenkämper, Münchner Kammerspiele.
Einführung: Jens Malte Fischer.

Dienstag, 25. Februar 2014, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
In Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und der Offenen Akademie der MVHS.


 
Volker WeidermannOstende 1936, Sommer der Freundschaft
Ein belgischer Badeort mit Geschichte und Glanz: Hier kommen sie alle noch einmal zusammen, die im Deutschland der Nationalsozialisten keine Heimat mehr haben. Stefan Zweig, Joseph Roth, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch und Ernst Toller, Arthur Koestler und Hermann Kesten, die verbotenen Dichter. Sonne, Meer, Getränke – es könnte ein ­Urlaub unter Freunden sein. Wenn sich die politische Lage nicht täglich zuspitzte, wenn sie nicht alle verfolgt würden. Es sind Dichter auf der Flucht, Schriftsteller im Exil.
Kenntnisreich und mitreißend erzählt Volker Weidermann, der Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, von diesem Sommer kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, in dem Zweig, Roth und Keun noch einmal das Leben feiern, wie es nur Verzweifelte können.

Buchpremiere mit Volker Weidermann am Montag, den 10. März 2014, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, Verlag Kiepenheuer & Witsch und B’nai B’rith.


 
Hermann SimonMarie Jalowicz Simon: Untergetaucht
Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 – 1945

Eine junge Frau überlebt in Berlin in den Jahren 1940 bis 1945. Über 50 Jahre danach ­erzählt Marie Jalowicz Simon ihrem Sohn, dem Historiker Dr. Hermann Simon vom ­Centrum Judaicum, erstmals die Geschichte ihres Überlebens auf 77 Tonbänder. Offen und schonungslos erzählt Marie Jalowicz, was es heißt, Tag für Tag im nationalsozialistischen Berlin um ihr Leben kämpfen zu müssen. Falsche Papiere, Verstecke, eine Scheinheirat mit einem Chinesen, ein Unterschlupf im Artistenmilieu und so mancher Zufall helfen ihr. Immer wieder retten die junge Frau ihr ungewöhnlicher Mut und ihre Schlagfertigkeit.
Nun sind diese Gespräche als Buch im S. Fischer Verlag erschienen. Hermann Simon stellt die Geschichte seiner Mutter vor am

Montag, den 24. März 2014, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Stefan KoldehoffDie Bilder sind unter uns
Das Geschäft mit der NS-Raubkunst und der Fall Gurlitt

Der Fall Gurlitt hat es jüngst wieder gezeigt: Der Umgang mit Nazi-Raubkunst in der ­Bundesrepublik Deutschland ist bis heute ein Skandal. Eine unheilige Allianz aus unzu­reichenden Gesetzen, Raubgutbesitzern ohne Unrechtsbewusstsein, Händlern, Museen, Auktionshäusern und Galeristen sorgt bis auf den heutigen Tag dafür, dass immer noch mit Bildern aus NS-Raubgut gehandelt wird.
Stefan Koldehoff hat 2009 ein „ausgezeichnet recherchiertes“ (Götz Aly) Standardwerk über die NS-Raubkunst und den skandalösen Umgang mit ihr geschrieben. Das Buch wurde hoch gelobt, keines der darin geschilderten Probleme jedoch gelöst. Jetzt liegt das Buch, auf den neuesten Stand gebracht und um ein ausführliches Kapitel zum Fall Gurlitt erweitert, wieder vor (Galiani Berlin). Sein Thema hat an Dringlichkeit noch zugenommen.
Stefan Koldehoff kommt zu uns am

Montag, den 31. März 2014, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Abba Naor
Helmut Zeller
Ich sang für die SS
Mein Weg vom Ghetto zum israelischen Geheimdienst

Er ist 13, als seine Familie in das Ghetto in Kaunas umziehen muss. Sein älterer Bruder Chaim wird dort von der SS erschossen. 1944 wird die Familie in das KZ Stutthof bei ­Danzig deportiert, seine Mutter und der jüngere Bruder nach Auschwitz. Er sieht sie nie wieder. Abba meldet sich freiwillig für das Lager Kaufering I, weil er dort seinen Vater ­vermutet. Die elf Außenlager des KZ Dachau bei Kaufering/Landsberg waren die fürchterlichsten Süddeutschlands. Nach der Befreiung  findet er seinen Vater wieder.
1946 geht Abba Naor nach Palästina, wo er – nach einem illegalen Einwanderungsversuch und Zwangsaufenthalt auf Zypern – 1947 ankommt. Er kämpft 1948 als Soldat im Unabhängigkeitskrieg und wird später Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes. Dort ist er in den 80er Jahren an der Rettung der äthiopischen Juden beteiligt. Zusammen mit Helmut Zeller, dem Leiter des Dachauer Redaktionsbüros der Süddeutschen Zeitung, hat er nun sein Leben aufgeschrieben. Sie lesen aus dem Buch (Verlag C.H.Beck) und sprechen ­zusammen am

Sonntag, den 6. April 2014, 18 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Grußworte: Kultusminister Ludwig Spaenle.                
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, der
KZ- Gedenkstätte Dachau und B’nai B‘rith.


 
Edward SerottaMoslems und Juden in Sarajevo – ein Modell für unsere Zeit

In jeder europäischen Stadt müssen sich jüdische Einrichtungen durch einen Sicherheitsdienst schützen lassen. Nur in Sarajevo, einer Stadt mit muslimischer Mehrheit, ist dies nicht der Fall. Warum? Edward Serottas Vortrag erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Juden
in Sarajevo seit Beginn ihrer Ansiedlung um 1560. Seitdem lebten die Juden friedlich mit ihren Nachbarn zusammen. Die Belagerung Sarajevos durch bosnisch-serbische Truppen 1992 bis 1996, in der über zehntausend Bürger Sarajevos von Heckenschützen erschossen wurden, gibt davon ein besonderes Beispiel. In dieser Situation gründete eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden in einer alten Synagoge, gemeinsam mit ihren Kindern und Enkelkindern „La Benevolendija“, eine jüdische Hilfsorganisation. Juden und bosniakische ­Muslime, orthodoxe Serben und katholische Kroaten haben dort zusammengearbeitet – alle mit der Haltung, dass keine Volksgruppe sich je über eine andere stellen sollte.

Edward Serotta, Journalist, Fotograf und Filmemacher, der das jüdische Leben in Mittel- und Osteuropa zu seinem Hauptthema gemacht hat, spricht am

Mittwoch, den 9. April 2014, 19 Uhr, im Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
In Zusammenarbeit mit der Offenen Akademie der MVHS und B’nai B’rith.


 
Katja PetrowskajaVielleicht Esther
Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in
der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können: Ein Großonkel verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau, ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder.
Wenn aber schon der Name nicht mehr gewiss ist, was kann man dann überhaupt wissen? Statt also ihren gewaltigen Stoff episch auszubreiten, schreibt die Autorin von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein traumatisiertes Jahrhundert. „Ein Text, der beides mitbringt, Moral und Kunst.“ (SZ)
Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, lebt seit 1999 als Journalistin in Berlin. Die
Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2013 liest aus „Vielleicht Esther“ (Suhrkamp Verlag) am

Montag, den 28. April 2014, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Alexander Kluge 30. April 1945
Der Tag, an dem Hitler sich erschoß und die Westbindung der Deutschen begann

Der 30. April 1945, ein Tag, der Geschichte schreibt, ein Montag, letzter ausgeübter Werktag des Deutschen Reiches. Ihm folgen ein Feiertag und der Übergang von Resten der Staatsgewalt in Hände, die das einwöchige Niemandsland bis zur Kapitulation nicht mehr steuern. Es ist ein Tag voller Widersprüche und verwirrender Lebensgeschichten. In Berlins Mitte toben heftige Gefechte, die Rote Armee nimmt die Stadt in Besitz. Scheinbare Idylle dagegen in der Schweiz. In San Francisco formieren sich die Vereinten Nationen.
Alexander Kluge beschreibt in seinem Buch lokale und globale Verhältnisse. Die Frage, die sich überall stellt: Wie soll man auf den Umsturz der Verhältnisse angemessen reagieren? Martin Heidegger etwa, in der Abgeschiedenheit von Burg Wildenstein, greift auf Hölderlin zurück… Die Reaktionen und Entscheidungen vom 30. April 1945 reichen bis zu uns: In ihnen spiegelt sich, 69 Jahre danach, bereits auch die Gegenwart. Alexander Kluge, damals 13 Jahre alt, stellt sein Buch (Suhrkamp Verlag) vor im Gespräch mit Rachel Salamander am

Donnerstag, den 8. Mai 2014, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele
In Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen.


 


Telephonische Kartenreservierung ab sofort in der Literaturhandlung, Tel. 089-28 00 135.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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