Herzliche Einladung
zu den Veranstaltungen der Literaturhandlung und
des Förderkreises Literatur zum Judentum

 

Dan DinerRituelle Distanz. Israels deutsche Frage
Vor 50 Jahren haben die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen. Der Historiker Dan Diner sucht in einer dichten Erzählung die zwiespältige deutsch-israelische Annäherung auszuleuchten, die 1952 im Luxemburger Abkommen ihren Ausgang nahm. Im Mittelpunkt steht die Diskussion auf israelischer Seite, nur wenige Jahre nach dem Mord an den europäischen Juden. Es geht Dan Diner um Sprache und Habitus, Fluch und Bann, um Erinnern und Vergessen, Anerkennung und Nichtanerkennung – schließlich um die Entscheidung zwischen jüdischer Tradition und israelischer Staatsraison: Durfte man mit dem Land der Mörder in Verhandlungen treten und materielle Entschädigung annehmen? Dan Diner, Professor für Moderne Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, kommt mit seinem neuen Buch „Rituelle Distanz. Israels deutsche Frage“ (DVA) zu uns am

Sonntag, den 15. März 2015, 17 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der Deutschen Verlagsanstalt und B’nai B’rith.


 
Josef Joffe
Hellmuth Karasek
Mach dich nicht so klein, du bist nicht so groß!
Der jüdische Humor als Weisheit, Witz und Waffe

Der jüdische Humor lebt – nicht mehr im osteuropäischen Schtetl, aber in Amerika und England. Und er funktioniert wie eh und je. Der jüdische Witz ist aggressiv und an Selbstironie nicht zu überbieten. „Es kommt nicht häufig vor, dass sich ein Volk in solchem Ausmaß über sein eigenes Wesen lustig macht.“ heißt es bei Sigmund Freud. Seine zugespitzten Pointen und Stiche gegen jedwede Selbstgefälligkeit verletzen nicht, das Menschlich-Allzumenschliche wird mit einer Prise Lebensweisheit serviert.
Joffes geistreiche und leidenschaftliche Darstellung des jüdischen Humors unterhält vorzüglich und hält den Leser auf dem neuesten Stand der Welt des jüdischen Witzes.
Nachdem Josef Joffe – wie wir mit Matthias Matussek wissen - „einer der besten und unerschöpflichsten Witzeerzähler“ ist, können wir uns schon richtig auf den Abend mit ihm freuen, wenn er gemeinsam mit Hellmuth Karasek sein Buch vorstellt und die beiden sich gegenseitig zum Witzeerzählen animieren.

Donnerstag, 19. März 2015, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
In Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und dem Siedler Verlag.


 
Ulrich Weinzierl
Alfred Polgar
Marlene
Bild einer berühmten Zeitgenossin

Bereits Mitte der zwanziger Jahre, bevor aus der Tingeltangel-Tänzerin und dem Stummfilm-Sternchen der „Blaue Engel“ und der Weltstar wurde, zählte Alfred Polgar zu den Bewunderern Marlene Dietrichs. Sie freundeten sich an, und noch ehe auch Polgar 1938 vor den Nazis flüchten musste, schrieb er ein wunderbar zartes Buch über die Diva. Entstanden 1937/38 wurde es Jahrzehnte später von Ulrich Weinzierl, zusammen mit Marcel Reich-Ranicki Herausgeber der Werke Alfred Polgars, in New York entdeckt. Jetzt erscheint zum ersten Mal Alfred Polgars Biographie über Marlene Dietrich. Ulrich Weinzierl stellt das Buch (Zsolnay) vor am

Montag, den 20. April 2015, 20 Uhr, im Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Yuval LapideOhne Wurzelsaft keine Baumkraft
Die wegweisende Theologie dreier großer deutsch-jüdischer Brückenbauer: Franz Rosenzweig – Martin Buber – Schalom Ben-Chorin

Drei bedeutende jüdische Denker lässt Yuval Lapide in seiner Anthologie zur Sprache kommen: Franz Rosenzweig – Martin Buber – Schalom Ben-Chorin. Ohne sie als Wegbereiter ist der jüdisch-christliche Dialog nicht denkbar.
Yuval Lapide, der Sohn des berühmten Religionsphilosophen Pinchas Lapide und seiner Frau Ruth Lapide, hebt in seiner Textauswahl ihre Gedanken über das Wesentliche des Judentums, aber auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Christentum hervor.

Mit dieser Veranstaltung erinnern wir an den 100. Geburtstag von Schalom Ben-Chorin im letzten Jahr und an den 50. Todestag Martin Bubers in diesem Sommer. 
Wir hören Yuval Lapide am

Montag, den 27. April 2015, 20 Uhr, im Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Michael WolffsohnZum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf

Im Gespräch mit Christopher Clark

Die Welt ist aus den Fugen – und wir verstehen es nicht. Manche allerdings begreifen es sehr wohl, Terroristen wie Staatschefs. Sie stoßen in Lücken vor, die sich durch scheiternde Staaten auftun, und nutzen sie. Viele Staaten sind gescheitert und werden noch scheitern. Jede neue Krise löst hektische Aktivitäten aus, einen Tourismus der Friedenspolitik auf allerhöchstem Niveau, der zu keiner Lösung führt. Warum ist das so? Der Historiker Michael Wolffsohn plädiert für ein radikales Umdenken, weg vom traditionellen Staatenmodell, hin zu föderativen Systemen. Er stellt „Zum Weltfrieden“ im Gespräch mit Christopher Clark, Historiker und Autor des viel diskutierten Buches über den Ersten Weltkrieg, „Die Schlafwandler“, vor am

Montag, den 4. Mai 2015, 20 Uhr, im Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Einführung und Moderation: Jerzy Montag, Rechtsanwalt und Politiker.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, dtv und B’nai B’rith.


 
Barbara HonigmannChronik meiner Straße
Barbara Honigmann erzählt von den großen Brüchen und Verlusten im Leben. Jetzt legt sie ein Erinnerungsbuch vor, das sich einer einzigen Straße widmet. Es ist die unscheinbare französische Straße, weit weg vom berühmten Straßburger Stadtzentrum, in der sie seit über zwanzig Jahren wohnt. Hier gibt es kein Europaparlament und keine Kathedrale. Was es gibt, ist Vielfalt: unterschiedliche Herkünfte mit unterschiedlichen Religionen. Was alle verbindet ist das Gefühl, nicht von „hier“ zu sein. Barbara Honigmann begegnet im Kleinen der ganzen Welt. Ein Buch, wie es nur das Leben selbst schreibt. Barbara Honigmann liest am

Montag, den 8. Juni 2015, 20 Uhr, im Literaturhaus.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, dem Hanser Verlag und B’nai B’rith.


 


Telephonische Kartenreservierung ab sofort in der Literaturhandlung, Tel. 089-28 00 135.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Zurück