Herzliche Einladung
zu den Veranstaltungen der Literaturhandlung und
des Förderkreises Literatur zum Judentum

 

Hilde SchrammMeine Lehrerin, Dora Lux
"Dr. Dora Lux… war von 1953 bis zum Abitur 1955 meine Geschichtslehrerin in der Elisabeth-Thadden-Schule in Heidelberg… Mein Vater ist Albert Speer. Meine Herkunft zwang mir eine frühe und nicht abschließbare Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus auf. Für meine Selbstfindung war jedoch der Einfluss von Menschen entscheidend, die eine Gegenwelt zur NS-Ideologie verkörperten; …eine solche Erfahrung verdanke ich meiner Lehrerin."
Viele Jahre lang hat Hilde Schramm dem Leben von Dora Lux nachgeforscht. Dora Lux gehörte zu den ersten Abiturientinnen dieses Landes, war eine Wegbereiterin des Frauenstudiums. In der Weimarer Republik gehörte sie zu den wenigen verheirateten Stadträtinnen und zog gleichzeitig zwei Töchter groß. Im Dritten Reich verstieß sie gegen die gesetzlichen Vorschriften, sich als Jüdin registrieren zu lassen, und überlebte. Hilde Schramm stellt die Biographie (Rowohlt Verlag) dieser mutigen und unangepassten Frau vor am

Sonntag, den 11. März 2012, 18 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
David LappEin US-Army-Rabbiner in München
Rabbi Colonel David Lapp, 1931 in Wien geboren und 1940 mit seinen Eltern in die USA emigriert, ist seit 1958 für die US-Army als Chaplain – als Militärrabbiner – tätig. Von 1960 bis 1963 war er in dieser Funktion in München und in den 1970er-Jahren in Ansbach stationiert. Der Vortrag von Rabbi Lapp erinnert an ein kaum beachtetes Kapitel jüdisch-deutscher Nachkriegsgeschichte, als neben den neu aufgebauten Kultusgemeinden in Bayern auch Gemeinden für die jüdischen Angehörigen der US-Army bestanden.
Rabbi Lapp kommt zu uns am

Dienstag, den 20. März 2012, 19 Uhr, Literaturhandlung, St.-Jakobs-Platz 16.
Einführung und Moderation: Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums München.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum und B’nai B’rith.


 
Henryk M. BroderVergesst Auschwitz!
Der Fluch der Erinnerung – oder: Warum die Deutschen den Juden nie verzeihen werden

In seinem provokanten Essay (Knaus Verlag) entlarvt der Publizist Henryk M. Broder den Gestus des andauernden Gedenkens deutscher Politiker und öffentlicher Personen als „Erinnerungswahn“. Er sieht ihn als das politisch korrekte Deckmäntelchen eines neuen „sekundären“ Antisemitismus, der sich geschickt als Antizionismus tarnt. Dieser soll Entlastung bringen. Israel ist ein „daily reminder“ daran, was die Nazis in Europa verbrochen haben. Das werden die Deutschen den Juden nie verzeihen. Welche Konsequenzen Henryk M. Broder aus dieser Einsicht für unser Handeln und unsere Erinnerungskultur zieht, hören Sie am

Dienstag, den 27. März 2012, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Beno SalamanderKinderjahre im Displaced-Persons-Lager Föhrenwald
Autobiographien Überlebender aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern liegen mittlerweile zahlreich vor. In der Literaturwissenschaft hat sich dafür ein eigener Zweig „Holocaust-Literatur“ herausgebildet. Persönliche Berichte über den Neuanfang von Juden nach dem Krieg in Deutschland dagegen sind spärlich, obwohl sich paradoxerweise unmittelbar nach 1945 mehr Juden in Deutschland aufhielten als vor dem Krieg. Die nun erschienenen Erinnerungen von Beno Salamander gehören daher zu den ersten Zeugnissen über die Jahre in den bayerischen DP-Lagern. Sie sind ein Dokument über Verlust und Trauer, aber auch von einem neuen Aufbruch. Wir stellen die Erinnerungen in Anwesenheit von Beno Salamander vor am

Montag, den 16. April 2012, 19 Uhr, in der Literaturhandlung, St-Jakobs-Platz 16.
Grußworte: Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, Einführung: Michael Brenner, Professor
für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU. Den Text liest der Schauspieler Stefan Hunstein.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München, der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit und B’nai B’rith.


 
Jessica DurlacherDer Sohn

Schlagartig ist es vorbei, das sorglose Leben der Familie Silverstein. Da ist einer, der ihr Leben bedroht, denn er ist gefangen in einer Geschichte, die der Vergangenheit angehört und doch auf fatale Weise bis in die Gegenwart reicht. Eine Geschichte, die Großvater Silverstein immer verschwiegen hat. Und die sein Enkel Mitch zu Ende führt.

Jessica Durlachers neuer Roman (Diogenes Verlag) über die Angst um die Menschen, die man liebt, ist ein mitreißender Psychothriller, dem es gelingt, Familiendrama, Holocaust-Trauma und Gegenwart miteinander zu verbinden. „Jessica Durlachers bisher bester Roman!“ (De Volkskrant, Amsterdam). Sie liest am

Montag, den 23. April 2012, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 

30 Jahre Literaturhandlung


Jüdische Portraits

Im Herbst dieses Jahres feiert die Literaturhandlung ihr 30 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass veranstalten wir auf Schloss Elmau eine Gesprächsreihe mit jüdischen Persönlichkeiten der Generation, die in der ersten Phase der Literaturhandlung noch häufig zu Gast war.
Der Holocaust und die Geburt des Staates Israel sind die zentralen Ereignisse in der Geschichte der Juden im 20. Jahrhundert. Es leben nur mehr Wenige, die beides erlebt haben. „Wir sind die Letzten, fragt uns aus“, heißt es in einem Gedicht von Hans Sahl, das er seinerzeit bei uns vorgetragen hat. Jetzt ist die letzte Gelegenheit, mit diesen Zeitzeugen zu sprechen. Wir konnten namhafte Schriftsteller und Literaturkritiker, Schauspieler  und ­Musiker, Wissenschaftler, Politiker und Unternehmer für unsere Gesprächsreihe gewinnen. Es kommen:

Aharon Appelfeld, geb. 1932 bei Czernowitz, israelischer Schriftsteller
Uri Avnery, geb. 1923 in Beckum, israelischer Publizist und Friedensaktivist
Tzvi Avni, geb. 1927 in Saarbrücken, israelischer Komponist
Yecheskiel Cohen, geb. 1932 in Bernburg an der Saale, israelischer Lehranalytiker
Michael Degen, geb. 1932 in Chemnitz, Schauspieler und Autor
Ruth Klüger, geb. 1931 in Wien, Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin, USA
Walter Laqueur, geb. 1921 in Breslau, Historiker und Publizist, USA
Arno Lustiger, geb. 1924 in Bendzin/Polen, Historiker und Publizist
Georg Stefan Troller, geb. 1921 in Wien, Filmemacher und Drehbuchautor
Stef Wertheimer, geb. 1926 in Kippenheim, israelischer Unternehmer und Philantrop

Konzeption: Rachel Salamander und Anat Feinberg.
 

Jüdische Portraits auf Schloss Elmau vom 13. Mai bis 16. Mai 2012.
Am 13. Mai geben wir einen Musikabend mit Jüdischer Musik für Streichtrio. Es spielt das Trio Shevlin-Adler-Hausdorf.

Für Teilnehmer vom 13.5. bis 16.5. gewährt Schloss Elmau für die Übernachtung einen Rabatt von 25 %. Die Tageskarte kostet EUR 40,–; Tageskarte mit Spa-Benutzung EUR 80,–.
Anmeldung in der Literaturhandlung erforderlich.
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen und Schloss Elmau. Die Gespräche werden vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet.


 
Tamar LewinskyUnterbrochenes Gedicht
Jiddische Literatur in Deutschland 1944-1950

Die Anthologie „Unterbrochenes Gedicht“ stellt ein vergessenes Kapitel der Holocaustliteratur vor: die jiddische Literatur der Displaced Persons im besetzten Deutschland. Die von Tamar und Charles Lewinsky erstmals ins Deutsche übertragenen Gedichte und Prosa zählen zu den frühesten Versuchen jüdischer Überlebender, sich der erlittenen Katastrophe literarisch zu nähern. Die Texte zeugen aber auch von der unmittelbaren und schmerzlichen Begegnung zwischen Opfern und Tätern im Nachkriegsdeutschland. Tamar Lewinsky stellt
die Anthologie vor am

Dienstag, den 15. Mai 2012, 19 Uhr, in der Literaturhandlung, St.-Jakobs-Platz 16.
Einführung: Michael Brenner, Prof. für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum und B’nai B’rith.


 
Yfaat WeissHaifas enteignete Erinnerung – Wadi Salib

Mit dem Armenviertel Wadi Salib beschreibt Yfaat Weiss die wechselvolle Geschichte dieses ehemals arabischen Stadtteils in Haifa. Nach dem Krieg von 1948 wurden dort mittellose Einwanderer aus Europa und Nordafrika untergebracht. 1959 kam es dann zu gewalttätigen Sozialprotesten der marokkanisch-jüdischen Bewohner. In ihrem neuen Buch erzählt Yfaat Weiss die tragische Geschichte von nach Haifa gelangenden jüdischen Flüchtlingen und von seinen ursprünglichen arabischen Bewohnern, die damals zu Flüchtlingen gemacht wurden. Die Verknüpfung beider Geschichten, symbolisiert durch die Jahreszahlen 1948 und 1959, machen Wadi Salib zu einer israelischen Gedächtnisikone: Es geht um mehr als ein Stadtviertel, es geht um die Geschichte der Gründung Israels und seiner verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Yfaat Weiss war zwischen 1997 und 1999 am Aufbau des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte an der LMU mitbeteiligt. Heute ist sie Professorin für Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität. Mit dieser Veranstaltung begeht der Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur sein 15jähriges Bestehen. Yfaat Weiss kommt am

Mittwoch, den 18. Juli 2012, 19 Uhr, ins Historische Kolleg, Kaulbachstr. 15.
Veranstalter: Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU. Beschränkte Platzanzahl. Bitte deswegen in der Literaturhandlung anmelden.


 


Telephonische Kartenreservierung ab sofort in der Literaturhandlung, Tel. 089-28 00 135.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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