Herzliche Einladung
zu den Veranstaltungen der Literaturhandlung und
des Förderkreises Literatur zum Judentum

 

Klaus von DohnanyiHans von Dohnanyi

„Mir hat Gott keinen Panzer ums Herz gegeben“

Erstmals sind die Briefe und Kassiber veröffentlicht, die Hans von Dohnanyi, eine der führenden Persönlichkeiten des Widerstandes gegen das NS-Regime, aus der Haft an seine Frau Christine und an seine Kinder schrieb. Der Jurist schloss sich bereits Ende der dreißiger Jahre Widerstandskreisen an. 1942 verhalf er einer Reihe von Juden zur Flucht in die Schweiz, im März 1943 war er an einem Attentatsversuch gegen Hitler beteiligt. Im April 1943 wurde er inhaftiert. Nach dem 20. Juli 1944 flog seine Mitarbeit an den früheren Putschplänen auf. Am 9. April 1945 wurde er im KZ Sachsenhausen gehängt.
Nach einer Einführung des Herausgebers der Briefe, Dr. Winfried Meyer, und der Lesung aus den Briefen von Gert Heidenreich, folgt ein Gespräch von Klaus von Dohnanyi, dem Sohn Hans von Dohnanyis, mit Andreas Zielcke, Süddeutsche Zeitung.

Montag, den 5. Oktober 2015, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit der DVA und dem Literaturhaus.


 
Timothy SnyderBlack Earth
Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann

In seinem vielfach preisgekrönten Bestseller „Bloodlands“ hat sich Timothy Snyder mit den Massenmorden in Europa auseinandergesetzt. Jetzt stellt der Historiker eine Frage, die längst beantwortet schien: Warum kam es zum Holocaust? Seine Antwort ist provozierend anders als die herkömmliche Lesart. Und sie fällt nicht nur historisch, sondern auch politisch aus: Denn Snyder zeigt, dass der Holocaust sich jederzeit wiederholen kann. Wir wissen viel über den Holocaust und seine Ursachen. Aber haben wir wirklich die richtigen Schlussfolgerungen gezogen? Timothy Snyder stellt sein Buch vor am

Sonntag, den 18. Oktober, 17 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Moderation: Sylke Tempel, Chefredakteurin „Internationale Politik“.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und dem Verlag C.H. Beck.


 
Péter GárdosFieber am Morgen
Im Juli 1945 wird Miklós, ein junger Ungar, nach Schweden gebracht. Er hat das KZ Bergen-Belsen überlebt, besteht nur noch aus Haut und Knochen. Sein Arzt gibt ihm sechs Monate. Doch er hat andere Pläne. Mit ihm haben 117 junge Frauen aus seiner Heimatstadt überlebt. Jeder einzelnen von ihnen schreibt er einen Brief. Eine dieser Frauen wird er heiraten. Hunderte Kilometer entfernt liest Lili seinen Brief. Sie antwortet und Brief für Brief verlieben sie sich ineinander. Im Dezember 1945 treffen sie sich. Es ist Liebe auf den ersten Blick.
Péter Gárdos, 1948 in Budapest geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Film- und Theaterregisseur. „Fieber am Morgen“ ist sein erster Roman, der von ihm verfilmt, nächstes Jahr im Kino laufen wird. Péter Gárdos kommt zu uns am

Donnerstag, den 29. Oktober 2015, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
Moderation: Judith Heitkamp (Bayern 2)
In Zusammenarbeit mit dem Verlag Hoffmann & Campe, dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Ulrich WeinzierlStefan Zweigs brennendes Geheimnis
Wer war, wer ist Stefan Zweig? Bis heute weltweit gelesener Schriftsteller, erster Europäer der deutschsprachigen Literatur, das Genie der Freundschaft. Der melancholische Zeitzeuge der „Welt von Gestern“ beging im brasilianischen Exil Selbstmord. Ulrich Weinzierl zeigt ihn ganz privat: Wie schaffte es Friderike Maria von Winternitz, aus dem passionierten Junggesellen einen schlechten Ehemann zu machen? War Zweig, wie vermutet wird, ein verklemmter Homosexueller? Nein. Was aber war das wahre, das „brennende“ Geheimnis seines Lebens? Viele heikle Fragen und der Versuch einer Antwort: Ein intimes Charakterporträt und eine Geschichte seiner Freundschaften – von Sigmund Freud bis Klaus Mann –, die für Zweig heilig waren, und eine Geschichte des Verrats.
Ulrich Weinzierl stellt sein Buch im Gespräch mit Jens Malte Fischer vor am

Montag, den 9. November 2015, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Zsolnay Verlag, dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Alaa al-Aswani
Najem Wali
Rückkehr
Wie fühlt es sich an, aus dem Exil in die Heimat zurückzukommen? Alaa al-Aswani und Najem Wali lesen und reden über ihre Vaterstädte Kairo und Bagdad.
Alaa al-Aswani hat sich entschieden. 1957 in Kairo geboren, studierte er Zahnmedizin in den USA. Dann ging er zurück, um sich für ein freies, demokratisches Ägypten einzusetzen. In „Der Automobilclub von Kairo“ erzählt er von Herrschaft und Diktatur.
Najem Wali verbindet in „Bagdad. Erinnerungen an eine Weltstadt“ die Geschichte einer einst schillernden Metropole mit eigenen Erlebnissen. 1956 im irakischen Basra geboren floh er 1980 mit Ausbruch des Iran-Irak-Krieges nach Deutschland, wo er heute lebt.

Freitag, den 20. November 2015, 20.30 Uhr, Ägyptisches Museum, Auditorium,
Arcisstr. 16. Karten über München-Ticket.

Moderation: Stefan Weidner (Publizist). Deutsche Lesung. Sprache: Französisch/Arabisch/Deutsch. Eine Veranstaltung des Literaturfestes München.


 
Zeruya Shalev
Maria Schrader
Schmerz
Vor zehn Jahren ist Iris bei einem Terroranschlag schwer verletzt worden. Zwar ist sie in ihr altes Leben zurückgekehrt, sie leitet eine Schule, ihr Mann steht ihr treu zur Seite, die Kinder sind fast erwachsen, doch quälen sie Tag für Tag Schmerzen. Als sie Eitan wiederbegegnet, der Liebe ihrer Jugend, der sie vor Jahren verlassen hat, wirft sie das völlig aus der Bahn. Die Wunde, die er ihr damals zufügte, ist nicht weniger tief als die vom Selbstmordattentäter zugefügte. Trotzdem fühlt sich Iris erneut zu ihm hingezogen, riskiert ihre Ehe und ist versucht, alles aufs Spiel zu setzen. Zeruya Shalev stellt ihren Roman vor am

Donnerstag, den 26. November 2015, 20 Uhr, Carl-Orff-Saal, Gasteig.
Einführung: Rachel Salamander. Deutsche Lesung: Maria Schrader. Moderation: Shelly Kupferberg.
Im Rahmen der Münchner Bücherschau. In Zusammenarbeit mit dem Berlin Verlag und dem
Kulturzentrum der IKG München.


 
Zeruya Shalev
Dima Wannous
Überleben
Die Folgen eines Selbstmordattentats und Menschen vor Beginn der syrischen Revolution: Bei Zeruya Shalev und Dima Wannous wird Leben zu Literatur – und Literatur zu Leben.
„Schmerz“, Zeruya Shalevs neuer Roman, entstand aus einer persönlichen Grenzerfahrung. Ihre Heldin Iris ist von einem zehn Jahre zurückliegenden Selbstmordattentat schwer gezeichnet. Von seelischen und körperlichen Verletzungen handelt auch Dima Wannous Erzählband „Dunkle Wolken über Damaskus“. Ihre Figuren sind zerstörte und gestörte Persönlichkeiten – allesamt Opfer einer alles beherrschenden Diktatur.
Aus beiden Büchern liest Maria Schrader. Moderation: Sonja Zekri (Süddeutsche Zeitung). Sprache: Englisch/Arabisch/Deutsch.

Freitag, den 27. November 2015, 19 Uhr, Marstall, Marstallplatz 5. Karten über München-Ticket.
Eine Veranstaltung des Literaturfestes München.


 
Katharina HackerSkip
In der Mitte seines Lebens macht der israelische Architekt Skip Landau eine Erfahrung, die er mit niemandem teilen kann: Eine innere Stimme ruft ihn an Orte, wo wenig später eine Katastrophe geschieht – ein Zugunglück in Paris, ein Flugzeugabsturz in Amsterdam. Offenbar soll er einzelne Sterbende in den Tod begleiten. Diese Aufgabe belastet seine Ehe und lässt die Familie in Tel Aviv fast auseinanderbrechen. Spät versteht er, dass es darauf ankommt, seine Söhne ins Leben zu führen – und sich selbst auch.
Katharina Hacker, „eine herausragende Literatin“ (NZZ) und 2006 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, hat wieder einen fulminanten Roman vorgelegt, meisterhaft die Handlungsstränge verwoben und sprachlich herausragend geschrieben. Sie stellt „Skip“ vor am

Dienstag, den 8. Dezember 2015, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1.
In Zusammenarbeit mit dem Fischer Verlag, dem Literaturhaus und B’nai B’rith.


 
Michael Brenner Israel: Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staats
Von Theodor Herzl bis heute

Die Zionisten hatten einen Traum: einen Staat wie jeden anderen zu gründen und damit endlich die Rolle der Juden als Außenseiter in der Geschichte zu beenden. Die Juden sollten ein Volk „wie jedes andere“ werden. Doch der Staat Israel wurde kein „normaler Staat“, sondern der Jude unter den Nationen. Michael Brenner beschreibt die Kluft zwischen dem Traum, so zu werden wie alle anderen und der Wirklichkeit, dieses Ziel nicht erreichen zu können.

Buchvorstellung mit Prof. Michael Brenner am Montag, den 25. Januar 2016, 20 Uhr.
Israelitische Kultusgemeinde, St.-Jakobs-Platz 18.

In Zusammenarbeit mit dem C. H. Beck Verlag, dem Kulturzentrum der IKG und dem Lehrstuhl
für Jüdische Geschichte und Kultur.

 

 

Unsere Reihe „Jahrhundertbriefe“ in den Kammerspielen geht weiter!

Eine Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und der Offenen Akademie der MVHS.


 
Albert Einstein
und Sigmund Freud
„Warum Krieg?“
Ein Briefwechsel

Nachdem Albert Einstein bereits während des Ersten Weltkrieges durch seine kriegsablehnende Position aufgefallen war, war er von 1922 an Mitglied der Kommission für geistige Zusammenarbeit beim damaligen Völkerbund. Im Juli 1932 wendet er sich in einem Brief an Freud, und dieser schreibt ihm dann im September des gleichen Jahres zurück. Einstein verdeutlicht, dass die Menschen auf der ganzen Welt menschenwürdig leben könnten, wenn nur ein Zehntel der Energien, die die kriegsführenden Nationen in einem Weltkrieg verbrauchen, in sinnstiftende Projekte fließen würden. Der Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud zählt zu den grundlegenden Texten des Pazifismus im 20. Jahrhundert.

Donnerstag, den 12. November 2015, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
Einführung: Dirk Heißerer.


 
Marcel Reich-Ranicki
und Peter Rühmkorf
Briefwechsel
1973 übernahm Marcel Reich-Ranicki das Ressort Literatur und literarisches Leben in der FAZ und rief ein Jahr später die Frankfurter Anthologie ins Leben, die er bis zu seinem Tode betreute. Damit setzte er Maßstäbe im deutschsprachigen Feuilleton. Zu den ersten Autoren, die Reich-Ranicki für die Mitarbeit gewann, zählte Peter Rühmkorf – er schrieb für die Zeitung von 1974 bis 2008. Der Briefwechsel zeigt einen charmant-werbenden Feuilletonredakteur und einen talentierten, aber unzuverlässigen Dichter im Gespräch über Bücher ebenso wie über die Politik der alten Bundesrepublik und ihren Wandel nach 1989. Rühmkorf kündigte 1995 krachend die Arbeitsbeziehung wegen Reich-Ranickis Umgang mit dem Roman „Ein weites Feld“ von Günter Grass. Nach fünf Jahren versöhnten sie sich – sie wussten beide, was sie voneinander halten sollten und wollten.

Dienstag, den 15. Dezember 2015, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
Einführung: Stephan Opitz.


 
Max Frisch
und Friedrich Dürrenmatt
Briefwechsel 1947 bis 1986
Der Briefwechsel zwischen Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch dokumentiert die schwierige Freundschaft zweier bedeutender Temperamente, wie sie unterschiedlicher kaum zu denken sind. Schon 1950 hatte sich Dürrenmatt nach einem Gespräch mit Frisch die Notiz gemacht: „Was habe ich mit diesem Menschen gemeinsam?“ Zwei Jahrzehnte später erkannte er in Frisch seinen „dialektischen Gegensatz.“ Die Briefe, Ansichtskarten und Notizen der beiden Schweizer Autoren geben Einblick in eine von Kollegialität, Kritik, Freundschaft, Konkurrenz, Abhängigkeit und Divergenz geprägte wechselvolle Beziehung.

Mittwoch, den 17. Februar 2016, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
Einführung: Peter Hamm.


 
Theodor W. Adorno
und Thomas Mann
Briefwechsel 1943 - 1955
Im Dezember 1945 schrieb Thomas Mann jenen berühmten Brief an Theodor W. Adorno über das Prinzip der Montage in seinem Roman „Doktor Faustus“. Es entwickelte sich eine enge Korrespondenz, die in einer sehr ungewöhnlichen Begegnung von Tradition und Moderne entstand und in diesem Spannungsfeld bis zum Tode des Dichters andauerte. Thomas Mann schrieb Adorno über die „faszinierende Lektüre“ der „Minima Moralia“ und kommentierte ausführlich den „Versuch über Wagner“, ein Buch, das er lesen wollte, „wie jemand in der Apokalypse ein Buch ißt, das ihm ‘süß wie Honig schmeckt’“. Adorno begleitete die letzten Werke Thomas Manns mit eingehenden Kommentaren und nicht selten begeistertem Zuspruch. Selbst sehr private Fragen von entscheidender persönlicher Bedeutung, wie die mit großer Aufrichtigkeit geführte Diskussion um die Rückkehr aus der Emigration, finden im Briefwechsel ihren Niederschlag.

Montag, den 14. März 2016, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele.
Einführung: Jens Malte Fischer.


 


Telephonische Kartenreservierung ab sofort in der Literaturhandlung, Tel. 089-28 00 135.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

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